“einen Namen tragen” – Spaziergang mit Esther Strauß/Marie Blum

Am 12., 13. und 14. Oktober 2020, jeweils um 14:00, 16:00 und 18:00 Uhr findet im Waltherpark in Innsbruck ein Spaziergang zu zweit mit der Künstlerin Esther Strauß zum Projekt “einen Namen tragen” statt. Die Künstlerin Esther Strauß hat für ein Jahr ihren Namen abgelegt, um den Namen Marie Blum zu tragen. “Marie Blum wurde am 5. September 1943 in Sektor BII des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau geboren, in dem die NationalsozialistInnen Roma und Sinti internierten. Dort wurde sie am dritten Tag ihres Lebens ermordet. Um an diese Kinder zu erinnern, entwickelte Esther Strauß ein performatives Denkmal.” Sie beantragte die rechtskräftige Änderung ihres Vor- und Nachnamens und diese wurde ihr schließlich gewährt. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage von erinnern.at https://www.erinnern.at/bundeslaender/tirol/einen-namen-tragen

Homepage von Esther Strauß / Freirad-Interview mit Esther Strauß

Forschungsprojekt “Unfruchtbarmachung“ und “freiwillige Entmannung“

Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow und MMag. Ina Friedmann vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck haben den Endbericht des Forschungsprojekts „Unfruchtbarmachung“ und „freiwillige Entmannung“. Die Innsbrucker Universitäts-Kliniken und die Erbgesundheitsgerichte des Reichsgaues Tirol und Vorarlberg veröffentlicht und online gestellt. “Zwischen 1940 und 1945 wurden durch das nationalsozialistische Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses in Österreich Zwangssterilisierungen und Zwangskastrationen – letztere als “freiwillige” Maßnahme getarnt – legalisiert. Neu eingerichtete Erbgesundheitsgerichte ordneten die Zwangseingriffe an, häufig auf Grundlage medizinischer Gutachten.” Zwangssterilisationen wurden an der Universitätsklinik Innsbruck, den Krankenhäusern Hall, Schwaz, Kufstein und Reutte sowie in Vorarlberg am Städtischen Krankenhaus Feldkirch, dem Städtischen Krankenhaus Dornbirn und dem Sanatorium Mehrerau in Bregenz von Klinikvorständen, Privatchirurgen und -gynäkologen durchgeführt, u.a. von Burghard Breitner, dem damaligen Vorstand der Chirurgie in Innsbruck. Seinen Namen trägt bis heute eine Straße im Innsbrucker Stadtteil Reichenau.

Forschungsprojekt:

Institut für Zeitgeschichte Innsbruck: https://www.uibk.ac.at/zeitgeschichte/unfruchtbarmachung-und-freiwillige-entmannung/

Endbericht: https://www.uibk.ac.at/zeitgeschichte/unfruchtbarmachung-und-freiwillige-entmannung/pdf-s/erbgesundheit_tirol_vorarlberg.pdf 

Burghard Breitner: https://www.uibk.ac.at/zeitgeschichte/unfruchtbarmachung-und-freiwillige-entmannung/pdf-s/burghard-breitner-ifz02072020-final.pdf

Quellen:

Georg Herrmann < Wer war Burghard Breitner? Straße soll umbenannt werden. > https://www.meinbezirk.at/innsbruck/c-lokales/wer-war-burghard-breitner-strasse-soll-umbenannt-werden_a4138251

Sabine Wallinger < Wem gebührt die Ehre? Noch immer sind einige Tiroler Straßen nach Aufklärungsgegnern und glühenden Nazi-Ideologen benannt. Wir könnten es besser wissen. Ein Essay. > in: 20er, Die Tiroler Straßenzeitung, September 2020, Nr. 217, S. 28-29

Neues Projekt pogrom-erinnern.at von erinnern.at Tirol und Israelitischer Kultutsgemeinde für Tirol und Vorarlberg

Zum Jahresgedenktag hat erinnern.at_Tirol und die Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg das in Kooperation entstandende Projekt Novemberpogrom 1938 in Innsbruck: Opfer und Schauplätze des Terror präsentiert und online unter https://pogrom-erinnern.at zugänglich gemacht. Der Historiker Michael Guggenberger hat anhand des historischen Quellenmaterials von hunderten Täter- und Zeugenberichten sämtliche Mordanschläge, Überfälle und Tatorte minutiös rekonstruiert. Die dabei entstandenen Texte werden vom Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Tirol und Vorarlberg Günter Lieder gelesen. Meriel Schindler, die Enkelin des in der Pogromnacht überfallenen Hugo Schindler, liest die englische Fassung. Niko Hofinger hat das Projekt geodatenbasiert als Web-App erschlossen und somit einen virtuellen Rundgang mit Bild, Ton und Text zu den einzelnen Schauplätzen des Terrors des Novemberpogroms in Innsbruck ermöglicht. Die Redaktion hat Horst Schreiber übernommen, Aufnahme und Schnitt stammen von Stefan Gritsch.

https://pogrom-erinnern.at

 

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