Konzert MEMENTO mit Oberkantor Shmuel Barzilai

Konzert MEMENTO mit Oberkantor Shmuel Barzilai

Am Sonntag, 8. November 2020 findet um 18:00 Uhr im Vier und Einzig, Haller Straße 41 in Innsbruck das Konzert MEMENTO des Orchsters der Akademie St. Blasius mit dem Oberkantor Shmuel Barzilai und dem Dirigenten Karlheinz Siessl statt.  Auf dem Programm stehen Franz Schreker („Intermezzo“ aus der „Romantischen Suite“ für Streichorchester op. 8 und Kammersinfonie) und jüdische Lieder „Sh’ma Israel“.
“Eine eigene Konzertreihe widmet die Akademie St. Blasius seit acht Jahren Komponisten, die zur Zeit des Nationalsozialismus verfemt und verfolgt wurden. Im Rahmen von „Memento“ kommt im November der charismatische Wiener Oberkantor Shmuel Barzilai nach Innsbruck! Der Tenor ist ein profunder Kenner und ein anerkannter Interpret jüdischer Musik. Seine berührenden traditionellen Lieder werden vom Orchester der Akademie St.Blasius in mittelgroßer Besetzung begleitet und in zwei Ensemble- und Orchesterwerke eingebettet.
Satte Streicherklänge aus der „Romantischen Suite“ und ein spätromantisches Klanggemälde aus Bläsern, Streichern, Tasten- und Schlaginstrumenten erinnern an Franz Schreker als einem der erfolgreichsten Komponisten Österreichs und Deutschlands. In den 1930er-Jahren wurde jedoch seine Musik als „entartet“ diffamiert.
Wir wollen und sollen gedenken – immer und immer wieder.”  www.akademie-st-blasius.at

SHMUEL BARZILAI wurde in eine bekannte Kantorenfamilie geboren, die in siebter Generation in Jerusalem ansässig ist. Er studierte an Yeshivot (Thora-Hochschulen) in Israel, erhielt bei Kantor Zalman Polak in Wien eine stimmliche Grundausbildung und ist Absolvent des Instituts für Musik und kantoralen Gesang in Tel Aviv, wo er u.a. mit Kantor Moshe Stern arbeitete. Außerdem studierte Shmuel Barzilai am Rabbinerseminar von Givatayim und schloss 2006 an der Universität Wien das Magisterstudium der Judaistik ab. Seit 1992 wirkt er als Oberkantor der Wiener Kultusgemeinde am Stadttempel. Als solcher tritt er nicht nur im Rahmen von Gottesdiensten der jüdischen Gemeinde auf, sondern auch bei öffentlichen Veranstaltungen. Darüber hinaus wird der Tenor regelmäßig von bedeutenden Konzerthäusern und jüdischen Festivals weltweit eingeladen, u.a. vom Wiener Musikverein, Wiener Konzerthaus, Mozarteum Salzburg, Prinzregententheater München, Jerusalem Theater und vom Klezmer Festival in Safed (Israel). Tourneen führten ihn auch in die USA und nach Australien. Beim Gedenkkonzert „Mauthausen 2000“ sang Oberkantor Barzilai das traditionelle Totengebet „El Maleh Rachamim“ („Gott voller Erbarmen“) und wurde dabei von den Wiener Philharmonikern begleitet. Shmuel Barzilais Repertoire umfasst neben der liturgischen Musik Klezmer-Musik, jüdische Soul-Musik, israelische Lieder sowie klassische Opern- und Gesangspartien. Er hat eine Reihe von CDs veröffentlicht, u.a. im Jahr 2000 gemeinsam mit den Wiener Sängerknaben Erstaufnahmen von Kompositionen des Wiener Kantors Salomon Sulzer aus dem 19. Jahrhundert. 2009 publizierte er das Buch „Chassidic Ecstasy in Music“, das chassidische Höfe und ihre Musik beleuchtet. Außerdem hält Shmuel Barzilai an der Universität Wien immer wieder Lehrveranstaltungen über die „Entwicklung der synagogalen Liturgie“ ab.  www.shmuelbarzilai.com

Neues Projekt pogrom-erinnern.at von erinnern.at Tirol und Israelitischer Kultutsgemeinde für Tirol und Vorarlberg

Zum Jahresgedenktag hat erinnern.at_Tirol und die Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg das in Kooperation entstandende Projekt Novemberpogrom 1938 in Innsbruck: Opfer und Schauplätze des Terror präsentiert und online unter https://pogrom-erinnern.at zugänglich gemacht. Der Historiker Michael Guggenberger hat anhand des historischen Quellenmaterials von hunderten Täter- und Zeugenberichten sämtliche Mordanschläge, Überfälle und Tatorte minutiös rekonstruiert. Die dabei entstandenen Texte werden vom Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Tirol und Vorarlberg Günter Lieder gelesen. Meriel Schindler, die Enkelin des in der Pogromnacht überfallenen Hugo Schindler, liest die englische Fassung. Niko Hofinger hat das Projekt geodatenbasiert als Web-App erschlossen und somit einen virtuellen Rundgang mit Bild, Ton und Text zu den einzelnen Schauplätzen des Terrors des Novemberpogroms in Innsbruck ermöglicht. Die Redaktion hat Horst Schreiber übernommen, Aufnahme und Schnitt stammen von Stefan Gritsch.

https://pogrom-erinnern.at

 

80 Jahre Novemberpogrom

Zum Gedenken an “80 Jahre Novemberpogrom” finden in Österreich einige Veranstaltungen statt:

Innsbruck:

Freitag, 9.11.2018 um 15:00 Uhr – Pogromgedenken 2018 – Jüdischer Friedhof (Städtischer Westfriedhof)
Mit: Helmut Muigg (Vorsitzender der Sozialdemokratischen Freitheitskämpfer), Julia Schumacher-Fritz und Karl-Heinz Putzer (Klezmermusik), Bernhard Sieberer und dem Chor der Vielfalt. Die Gedenkrede hält Georg Willi, Bürgermeister der Stadt Innsbruck. Details zur Veranstaltung der Sozialdemokratischen FreiheitskämperInnen

Samstag, 17. November 2018 um 14:00 Uhr – Antifaschistischer Spaziergang
Mit der Historikerin und Journalistin Mag.a Andrea Sommerauer

Wien:

Donnerstag, 8.11.2018 um 18:00 Uhr – ESRA Psychosoziales Zentrum, Tempelgasse 5, Großer Vorplatz, 1020 Wien
An diesem Ort stand von 1858 bis 1938 der Leopoldstädter Tempel. Die Gedenkrede hält Bundespräsident Alexander Van der Bellen.  Details zur Veranstaltung

Radio Ö1:

05.11. bis 09.11.2018 um 6:56 : “Gedanken für den Tag” – Barbara Glück über die November-Pogrome 1938

09.11.2018 um 22:01 :  “Klagender Klang – Musik als Erinnerung” von und mit Irene Suchy

Alle Informationen zu den Sendungen

Pin It on Pinterest