Göthestraße

Stadtteil Saggen

März 2017 © Thomas Kleissl

Göthestraße 15

In der Göthestraße 15 wohnte die 63-jährige Kaufmannswitwe Alice Smetana, geborene Hohenberg. In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938 soll eine Gruppe von NSKK- oder SA-Männern in die Wohnung eingedrungen sein und das Telefon beschädigt haben. Diese Aussage machte Viktoria Kuen, die langjährige Haushälterin des Rabbiners Dr. Josef Link in der Erzherzog-Eugen-Straße 24.

Paul Smetana, der jüngere Sohn verließ Innsbruck nach dem Anschluss im März 1938 Richtung Bozen und wanderte nach Australien aus. Johann (Hans) Smetana, der ältere Sohn und seine Frau Alice, geborene Lustig sowie die zweijährige Tochter Judith mussten ihre Wohnung in der Erzherzog-Eugen-Straße 20 verlassen und wohnten bis 1. November 1938 für einige Wochen bei Alice Smetana. Nach der Pogromnacht bekam die verzweifelte Laura Popper für kurze Zeit Herberge bei Alice Smetana. Auch der ältere Sohn wandert mit seiner Familie nach Australien aus. Alice Smetana gelingt die Flucht über die Schweiz nach Palästina, wo sie im Jahre 1947 stirbt. Hans kehrt mit seiner Frau und Tochter 1951 nach Innsbruck zurück.


update 15.03.12018

Literatur:

Michael Guggenberger < Unbekannte Täter im Novemberpogrom in Innsbruck > in: Thomas Albrich (Hg.) „Die Täter des Judenpogrom 1938 in Innsbruck“, Haymon Verlag Innsbruck-Wien 2016, S 361-366

Quelle:

 Hohenems Genealogie, Jüdische Familiengeschichte in Vorarlberg und Tirol – last visit 31.10.2017

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