Fanny Graubart, geb. Lang war die Mutter des ältesten Sohnes Siegfried und verstarb bereits 1892 in Meran. Siegfried Graubart diente im Ersten Weltkrieg als Soldat beim Regiment der 1. Tiroler Kaiserjäger und kam in russische Kriegsgefangenschaft. Er lebte seit 1927 in Wien, heiratete dort Oda Soloweitschik und gründete zusammen mit Friedrich Pasch die "PAGA - Schuhvertriebsgesellschaft". Das Ehepaar flüchtete mit seinem 8jährigen Sohn Michael im Herbst 1938 nach London.
Alfred Graubart kam als verletzter Soldat des Ersten Weltkrieges in italienische Gefangenschaft, war mit Maria "Mimi" Herold verheiratet und wohnte mit dem gemeinsamen Sohn Erich
am Haydnplatz 8 in Innsbruck, wo er in der Pogromnacht schwer verletzt wurde. Er flüchtete über England in die USA und kehrte 1960 nach Österreich zurück, wo er am 23. März 1980 in Wien verstarb.
Richard Graubart war der jüngste Sohn und musste siebzehnjährig als Soldat in den Ersten Weltkrieg einrücken. Er lebte mit seiner Frau Margarethe und Tochter Vera Evelyne in der Gänsbacherstrasse 5, wo er in der Pogromnacht ermordet wurde. Margarethe kehrte nach dem Krieg für einige Jahre nach Innsbruck zurück.
Nach dem Anschluss im März 1938 wurden die meisten jüdischen Geschäfte beschmiert. Im Herst 1938 wurde das im Besitz der Brüder Alfred und Richard befindliche Schuhaus von den Nationalsozialisten Rudolf Mages und Karl Kastner arisiert und später von Hans Mariacher übernommen. Eine Übergabe an die in Innsbruck zurückgebliebene Maria Graubart, sie war "Arierin", wurde von der Arisierungsstelle verhindert.
Die Schwägerinnen Maria und Margarethe Graubart prozessierten nach dem Krieg um das Erbe. 1952 wurde das "Schuhhaus Graubart" aufgelöst und an eine Schuhhandelskette verkauft.