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ANDREAS HOFER STRASSE - Stadtteil Wilten
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In der
Andreas Hofer Strasse 29 wohnte der Witwer Arthur Goldenberg mit seinem
jüngeren Sohn Fritz. In jener Nacht drangen bis zu sechs Täter
in die Wohnung ein und schlugen ihm mehrere Zähne aus.
Der ältere Sohn Alfred konnte im Herbst 1938 nach Palästina flüchten, während sich seine
Frau Rosa, geb. Gutstein am 02. November durch einen Sprung aus dem
Fenster das Leben nahm. Fritz und sein Vater erreichten 1939 Palästina.
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November 2008
© Thomas Kleissl
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Das Ehepaar Julius und Emma Pasch, geb. Schneider und zwei ihrer Kinder - Ruth und Gerda, wurden Anfang November aus deren Wohnung in der Anichstrasse 1 vertrieben und vorübergehend bei Anna Seidl und Adolf Neumann, in die Andreas Hofer Strasse 29 einquartiert. Dort wurden sie Zeugen des Selbstmords von Rosa Goldenberg und waren beim Überfall der SS in der Pogromnacht zugegen, bei dem das ältere Paar schwer geschlagen wurde. Die Täter übersahen dabei das Ehepaar Pasch und verschonten deren Töchter.
Adolf Neumann wurde nach Polen deportiert und dort ermordet, während Anna Seidl das KZ Theresienstadt überlebte und 1945 wieder nach Innsbruck kam. Anna Seidl`s Sohn Willi gelangte im März 1938 nach Wien und flüchtete im Februar 1939 nach Palästina, wo er 1939 bei einem Minenunfall starb.
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Flora Bauer, geb. Gold, Witwe von Julius Bauer und ihr
Sohn Stefan wohnten in der Andreas Hofer Strasse 40, wo beide in der Nacht
überfallen und verletzt wurden.
Wilhelm Bauer, der zweite Sohn von Flora Bauer wohnte mit seiner Familie in der Gänsbacherstrasse 5 und wurde in jener Nacht ermordet.
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November 2008
© Thomas Kleissl
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Flora Bauer wurde am 13. April 1942 ins KZ
Theresienstadt deportiert und am 26. September 1942 im Vernichtungslager
Maly Trostinec umgebracht.
Stefan Bauer - später Bower - wanderte 1939 von
Wien über Genua nach Neuseeland aus, wo er ein Bekleidungsgeschäft gründete,
welches sein Sohn Ron Bower übernahm.
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Flora, Stefan, Wilhelm und Julis Bauer 1916 (a)
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Vom 13. Jänner 2002 stammt folgender Gästebucheintrag von Ron Bower:
"Incredible site, I knew some of the details about this, but to see my family names there, was very emotional. If anybody has any informations that can help me in my family reseach, I would appreciate it very much."
Im Juni 2006 besuchte Ron Bower mit seiner Frau Sandra erstmals Innsbruck. Zusammen mit Ingeborg Brüll besichtigten wir das Haus in der Gänsbacherstrasse, wo sein Onkel Wilhelm ermordet wurde, das Wohnhaus seines Vaters Stefan in der Andreas Hofer Strasse sowie den Jüdischen Friedhof.
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| Literatur: |
Martin Achrainer
- Das Pogrom-Denkmal, in: Gabriele
Rath / Andrea Sommerauer / Martha Verdorfer (Hg.), "Bozen Innsbruck
- zeitgeschichtliche stadtrundgänge", Folio Verlag 2000, S 85
- 89
Ernst Oppenheim
- To Remember Me
By - First Crusade Through Holocaust - Facts, Fragments, Lore and Legends, Nobis Press
Horst Schreiber
- Jüdische
Geschäfte in Innsbruck - Eine Spurensuche, Projekt
des Abendgymnasiums Innsbruck; Tiroler Studien zu Geschichte und Politik
1, herausgegeben von der Michael-Gaismair-Gesellschaft, StudienVerlag
2001, S 29-31
Gad Hugo Sella
- Die Juden Tirols
- Ihr Leben und Schicksal, Israel 1979, S 86-88
Maria Luise Stainer
-"Ich hab´mich
gefühlt wie bei der Vertreibung aus dem Paradies" - Berichte
Vertriebener aus Tirol, in: Thomas
Albrich (Hg.), „Wir lebten wie sie...“. Jüdische Lebensgeschichten
aus Tirol und Vorarlberg, Haymon-Verlag Innsbruck 1999, S. 355-372
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| Bildnachweis: |
(a) Privatbesitz Ron Bower
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| Quellen: |
Ron Bower - diverse Emails, Besuch Innsbruck 2006
Valerie Neal - Email November 2007 |
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© 2000 - 2012 Manfred Mühlmann
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